Jürgen Tiedemann aus Elmshorn bei Hamburg, Inhaber einer ehemaligen NSU-Vertretung , hat sich schon immer mit schnellen NSUs beschäftigt und besitzt auch heute noch etliche schöne Exemplare dieser Gattung. Im Jahre 1985 reifte der Entschluß, wieder einen kleinen Prinz-II-Renner gemäß den Homologationsblättern aus den 60er Jahren aufzubauen, wie die Autos auch damals an den NSU-Pokalen teilnahmen, um an historischen Rennen, dem Shell-Pokal von 1987, teilnehmen zu können. Orientiert hat er sich an frühen Spiess-Prinzen, die mit kraftbringenden Maßnahmen besonders gut gesegnet waren. Größere Einlaßventile (38er statt 36er), geschmiedete Kolben und eine schärfere Nockenwelle , sowie eine von 7,5:1 auf 9,8:1 erhöhte Verdichtung sorgten vereint für eine gute Leistungsausbeute. Angestrebt wurde eine Motorleistung von 42 PS und eine Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h.
Das total gestrippte Auto wurde von Grund auf neu aufgebaut, ein Überrollbügel, Recaro-Fahrersitz, Drehzahlmesser und Uhr installiert und wegen der besseren Bodenhaftung Räder mit 4x12-Zoll-Felgen und Bereifung 145/70x12 angebaut.
Die Lackierung erfolgte in typischem blau/weiß. Zur besseren Belüftung des Motorraums kann die Heckhaube etwas aufgestellt werden. Der originale Luftfilter wurde durch einen offenen Ölbadfilter ersetzt. Die Auspuffanlage wurde auf minimalen Gegendruck ausgelegt.
Das Fahrzeug wurde in der Motorklassik im Vergleichstest mit anderen kleinen Flitzern vorgestellt und auf der 1988 Essener Motorshow als Teilnehmer des gerade laufenden Steigenberger Pokals für historische Rennwagen ausgestellt.
Da im historischen Rennsport die kleinen Klassen mit 600 cm3 nicht mehr ausgeschrieben werden, muß man gegen wesentlich stärkere Konkurrenten bis 1300 cm3 antreten und hat heute entsprechend schlechte Chancen. Der NSU Prinz II/30 diente Ende der 50er und Anfang der 60er als echtes Nachwuchsauto. So mancher, der sich später auf anderen Fahrzeugen große Pokale holte, holte sich seine ersten Sporen auf einem Prinz.
Das Fahrwerk des Prinzen mußte für Rennzwecke nur bedingt abgeändert werden. Einzelradaufhängung an allen vier Rädern (vorn an Trapezlenkern, hinten an Querlenkern) ließen kaum noch Wünsche offen, verkürzte Federn und Koni-Dämpfer brachten noch Verbesserungen. Gewöhnungsbedürftig ist die steil stehende direkte go-kart-artige Lenkung.
An sich ist der Prinz II/30 jedoch unproblematisch zu fahren. Zum kontrollierten Powerslide allerdings müssen für den Hecktriebler schon sehr enge Ecken herhalten, in schnellen Kurven fehlt es dem kleinen NSU doch etwas an Kraft.
| Motor:
Zweizylinder-Viertakt-Paralleltwin, luft-/gebläsegekühlt,
quer im |
| Fahrwerk:
selbsttragende Stahlblech-Karosserie, |
| Maße und Gewichte:
Radstand: 2000 mm, Spur jeweils 1200 mm, |

Bild 3.32 Wettbewerbs-Prinz II von Jürgen Tiedemann

Bild 3.33 Blick in den Motorraum (verkleinert !!)
Bild 3.34 Wettbewerbsprinzen der 60er Jahre im Einsatz
(sorry, leider nicht da !!)
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S79.htm NSU-Fahrzeuge, Prototypen und Eigenbauten G. Geiling
ISBN 3-924043-37-X
26.03.98