
Die Zusatzgeräte verdecken fast ganz den eigentlichen Motor, der nur eine flache Scheibe darstellt, an der der linke, dicke Kühlwasserschlauch befestigt ist. Im Vordergrund erkennt man den Dreiecks-Keilriemenantrieb für die Lichtmaschine und die Kühlwasserpumpe. Über der Lichtmaschine sitzt die Spezial-Zündkerze mit Ringelektrode (Elektrodenabstand 1 mm) und davor der Ölkühler. Auf der anderen Seite des Motors sind der Vergaser, die Kraftstoffpumpe und mittig der Zündunterbrecher angebracht. Über der Motorachse erkennt man den Öleinfüllstutzen mit Meßstab und Entlüftung.
Die Ansaugluft wird am Oberteil der Motorhaube im Strömungsbereich entnommen und gelangt über den Ansauggeräuschdämpfer als Vorvolumen zum Ölbadfilter neben dem rechten Hinterradkasten und über eine Schlauchleitung zum Vergaser. Es handelt sich um einen neu entwickelten Registervergaser mit zwei Stufen (TYP Solex 18/32 HHD). Die Abgase des Prototyp verlassen den Motor über einen mit Kühlrippen versehenen Gußkrümmer direkt zu dem quer im Heck angeordneten Schalldämpfer. Der Kolben des Wankel-Motors wird durch Öl gekühlt, das Gehäuse durch Wasser. Der Wasser- und Ölkreislauf sind zum Wärmetausch miteinander verbunden, der im Ölkühler erfolgt. Das Öl durchfließt hier ein Röhrensystem (glatte Pfeile), das vom Kühlwasser umspült wird (geschlängelte Pfeile). Für den Wasserumlauf sorgt eine Wasserpumpe, die von einem Keilriemen angetrieben wird. Das Wasser, das den Ölkühler verläßt, strömt in den Kühlmantel des Motorgehäuses und fließt oben rechts zum Kühler. Für den Kühlkreislauf des Öls sorgt eine Zahnradpumpe (rechts vor dem Ölfilter). Sie saugt das Öl aus der Motorwanne an, um es durch den Ölkühler vorgekühlt in den Motor zu drücken. Hier durchströmt es den hohlen Kolben, der durch ein inneres System von Kühlrippen überschüssige Wärme an das Öl abgeben kann. Das Kühlöl schmiert gleichzeitig den Kolben.
Beim Kühlsystem befindet sich der Wasserkühler trotz des Heckmotors im Bug des Fahrzeuges. Die Kühlwassermenge liegt bei 10 Litern. Das ergibt eine gleichmäßigere Belastung der Achsen. Ein thermostatisch geregeltes elektrisches Kühlgebläse schaltet sich automatisch ein, wenn der Fahrtwind allein zur Rückkühlung des Wassers nicht ausreicht. Solange der Motor noch kalt ist, fließt nur ein Teil des erwärmten Wassers durch die Zuleitung in den Kühler.
Ein Teil fließt durch eine Abkürzung direkt vor dem Kühler gleich wieder zum Motor zurück. Erst bei einer bestimmten Temperatur sperrt ein Thermostat die Abkürzung. In den Kühlwasserkreislauf ist außerdem eine Klimaanlage mit Heizkörper und Lüfter eingeschaltet. Bei eingeschalteter Heizung fließt ein Teil des heißen Wassers durch Abzweigleitungen in den Innenraumheizer, der mit dem Warmluft-Ventilator verbunden ist.
Auf der Abtriebsseite des Motors ist die Schwungscheibe mit dem Zahnkranz für den Anlasser (1 PS) befestigt. In der Schwungscheibe befindet sich eine Einscheibenkupplung mit 180 mm Durchmesser. Das Getriebe besitzt vier vollsynchronisierte Vorwärtsgänge. Der Antrieb ist nach der Art des Volkswagens aufgebaut, d.h. von der Kupplung führt eine lange Welle zum Getriebe und dessen Hauptwelle mit den Kuppelrädern führt zurück zum Antriebsritzel mit Tellerrad und Ausgleichgetriebe. Die Seitenwellen haben Gelenke.
Die Hinterradaufhängung wurde neu entwickelt. Die Räder sind an Schräglenkern aufgehängt, die durch eine Schraubenfeder abgefangen und einen von NSU selbst entwickelten Stoßdämpfer stabilisiert werden. Bei Schräglenkern werden beim Einfedern in der Kurve die Seitenführungskräfte selbsttätig erhöht.

Entsprechend der Fahrleistung mußten die Bremsen ausgelegt werden. Die Vorderräder haben deshalb Scheibenbremsen, die Hinterräder des Prototyp erhielten Trommelbremsen mit 200 mm Durchmesser, die Serienfahrzeuge dann ausreichende 180 mm Aluminiumtrommeln mit Stahlringeinlage aus der NSU-Serie.
Der Spider ist ein zweisitziges Sport-Cabriolet, das nur mit Klappverdeck hergestellt wird. Die Karosserie wurde in Anlehnung an die von Bertone geschaffene Sportprinz-Linie gestaltet. Sie ist selbsttragend und besitzt eine drehsteife Bodengruppe. Dadurch, daß der Motor mit seinen seitlich angesetzten Hilfsgeräten sehr flach ist, ergibt sich eine Unterflur-Bauweise, die einen zusätzlichen Nutzraum im Fahrzeugheck zuläßt, dessen Blechboden den Triebsatz abdeckt. Die Ausstattung des Fahrzeugs entspricht seiner sportlichen Note mit dem üblichen Tachometer und Motordrehzahlmesser. Das Klappverdeck läßt sich im Raum hinter den Sitzen versenken.
Es sollte noch nahezu ein Jahr dauern bis die ersten Wankel-Spider an
die Händler ausgliefert werden konnten. Motor und Karosserie mußten
sich noch einige Änderungen gefallen lassen. Der Serienmotor leistete
nur noch 50 PS und hatte eine geänderte Trochoide. Er wurde zunächst
mit Kohledichtleisten abgedichtet und bereitete noch Probleme mit der seitlichen
Ölabdichtung. Die Plätze von Lichtmaschine und Wasserpumpe wurden
getauscht und die Gleichstromlichtmaschine durch eine moderne, drehzahlfestere
Drehstromlichtmaschine ersetzt. Der Auspuffkrümmer ging nun auch nicht
mehr direkt in den Endschalldämpfer, sondern wurde in U-Form als hochwärmefestes
Rohr vorn um das Getriebe herum durch einen Vordämpfer in den großen
Endtopf geleitet. Das Endrohr mündete nun hinten rechts aus dem Fahrzeugheck.

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